TRAUMZIELE ERLEBEN

Die charakteristischen Kuppeln und Minarette traumhafter Moscheen gehören einfach zur Silhouette arabischer Metropolen dazu. Doch sind die Bauwerke mehr als nur hinreißende und spektakuläre Architektur: Ihre tiefe religiöse Bedeutung ist häufig mit einer besonderen Entstehungsgeschichte verknüpft.

Große Sultan-Qabus-Moschee in Muscat

EIN FRIEDLICHES NEBENEINANDER

Es ist ein wunderbares Geschenk, das Sultan Qabus bin Sa’id Al Sa’id der Bevölkerung zu seiner 30-jährigen Herrschaft übergeben möchte: die Große Sultan-Qabus-Moschee in Muscat. Den 1993 dafür ausgerufenen Architekturwettbewerb gewinnen der irakische Architekt Mohammed Saleh Makiya und die Architekten von Quad Design mit einem Gemeinschaftsentwurf. Überzeugt haben die in London ansässigen Büros mit einer Vision, die islamische Elemente mit schlichten, klaren Details der modernen Architektur kombiniert. Nach sechs Jahren Bauzeit wird die Moschee feierlich eröffnet. Sie ist vor allem wegen der gelebten Toleranz in der islamischen Welt einmalig: Friedlich beten hier Angehörige der unterschiedlichen Ausrichtungen des Islam nebeneinander – ob Sunniten, Schiiten oder, wie die meisten im Oman, Ibaditen. Bei ihnen dreht sich alles um Ethik, um die Einhaltung von Werten und moralisches Verhalten. Groß ist der Freiheits- und Verantwortungsgedanke, weshalb sie von Vertretern einiger andere Ausrichtungen sogar als Ungläubige verunglimpft werden. Die Große Sultan-Qabus-Moschee vereint sie jedoch alle. Das ist wirklich etwas Besonderes.

Große Sultan-Qabus-Moschee in Muscat

EIN FRIEDLICHES NEBENEINANDER

Es ist ein wunderbares Geschenk, das Sultan Qabus bin Sa’id Al Sa’id der Bevölkerung zu seiner 30-jährigen Herrschaft übergeben möchte: die Große Sultan-Qabus-Moschee in Muscat. Den 1993 dafür ausgerufenen Architekturwettbewerb gewinnen der irakische Architekt Mohammed Saleh Makiya und die Architekten von Quad Design mit einem Gemeinschaftsentwurf. Überzeugt haben die in London ansässigen Büros mit einer Vision, die islamische Elemente mit schlichten, klaren Details der modernen Architektur kombiniert. Nach sechs Jahren Bauzeit wird die Moschee feierlich eröffnet. Sie ist vor allem wegen der gelebten Toleranz in der islamischen Welt einmalig: Friedlich beten hier Angehörige der unterschiedlichen Ausrichtungen des Islam nebeneinander – ob Sunniten, Schiiten oder, wie die meisten im Oman, Ibaditen. Bei ihnen dreht sich alles um Ethik, um die Einhaltung von Werten und moralisches Verhalten. Groß ist der Freiheits- und Verantwortungsgedanke, weshalb sie von Vertretern einiger andere Ausrichtungen sogar als Ungläubige verunglimpft werden. Die Große Sultan-Qabus-Moschee vereint sie jedoch alle. Das ist wirklich etwas Besonderes.

»BEHANDLE JEDEN MENSCHEN ALS EINE BESONDERE SEELE.«

Scheich Zayid bin Sultan Al Nahyan

Scheich-Zayid-Moschee in Abu Dhabi

EIN TRAUM VON EINER MOSCHEE

Sollten Sie sich beim allerersten Blick auf die Scheich-Zayid-Moschee verblüfft die Augen reiben, dann geht es Ihnen wie den meisten Besucher*innen dieses atemberaubenden Bauwerks. Mit den märchenhaften Kuppeln, hohen, schlanken Minaretten und feinen Verzierungen scheint dieser wahrgewordene architektonische Traum den Geschichten aus Tausendundeiner Nacht entsprungen zu sein – und das nicht zufällig. Die prächtige Moschee sollte den Beschreibungen des Paradieses im Koran entsprechen. Ihr Bau war ein großer Wunsch des Scheichs Zayid bin Sultan Al Nahyan: Dattelpalmen auf den Säulen, florale Mosaikböden und farbenfroh blühende Gärten an den Wänden – alles aus edlem Marmor und nach seinen Vorgaben von Künstlern aus aller Welt kreiert. Der ansonsten überwiegend schneeweiße Marmor symbolisiert für Muslime den Frieden. Und wenn der Imam in seiner Gebetsnische Mihrab von der Sonne angeschienen wird, und die Strahlen auf geschwungene Linien aus Gold treffen, sieht es so aus, als würden »Flüsse von Honig den Himmel durchziehen« und auf den Boden zu den anderen betenden Muslimen fließen.

»BEHANDLE JEDEN MENSCHEN ALS EINE BESONDERE SEELE.«

Scheich Zayid bin Sultan Al Nahyan

Scheich-Zayid-Moschee in Abu Dhabi

EIN TRAUM VON EINER MOSCHEE

Sollten Sie sich beim allerersten Blick auf die Scheich-Zayid-Moschee verblüfft die Augen reiben, dann geht es Ihnen wie den meisten Besucher*innen dieses atemberaubenden Bauwerks. Mit den märchenhaften Kuppeln, hohen, schlanken Minaretten und feinen Verzierungen scheint dieser wahrgewordene architektonische Traum den Geschichten aus Tausendundeiner Nacht entsprungen zu sein – und das nicht zufällig. Die prächtige Moschee sollte den Beschreibungen des Paradieses im Koran entsprechen. Ihr Bau war ein großer Wunsch des Scheichs Zayid bin Sultan Al Nahyan: Dattelpalmen auf den Säulen, florale Mosaikböden und farbenfroh blühende Gärten an den Wänden – alles aus edlem Marmor und nach seinen Vorgaben von Künstlern aus aller Welt kreiert. Der ansonsten überwiegend schneeweiße Marmor symbolisiert für Muslime den Frieden. Und wenn der Imam in seiner Gebetsnische Mihrab von der Sonne angeschienen wird, und die Strahlen auf geschwungene Linien aus Gold treffen, sieht es so aus, als würden »Flüsse von Honig den Himmel durchziehen« und auf den Boden zu den anderen betenden Muslimen fließen.

الكتابة الجميلة

arabisch [Das schöne Schreiben]

Wussten Sie, dass die arabische Schrift zu den am weitesten verbreiteten Schriften weltweit gehört? Ihr Alphabet wird auch von vielen anderen Sprachen genutzt, die mit dem Arabischen nur entfernt oder gar nicht verwandt sind. Mit ihren sanft geschwungenen Linien und Punkten sind die Wörter echte kleine Kunstwerke, die sich häufig auch als Verzierung an prunkvollen Bauten wiederfinden: Aufgrund des islamischen Bilderverbots werden diese nicht mit Darstellungen von Mensch und Tier, sondern mit Ornamenten und Schriften geschmückt. Die reine Schreibschrift ließ sich außerdem anfangs nicht an Druckpressen anpassen, weshalb Dokumente und Bücher viel länger handschriftlich angefertigt wurden. So konnte sich in arabischen Ländern die Kalligrafie viel stärker zu einer Kunstform entwickeln als bei uns.

الكتابة الجميلة

arabisch [Das schöne Schreiben]

Wussten Sie, dass die arabische Schrift zu den am weitesten verbreiteten Schriften weltweit gehört? Ihr Alphabet wird auch von vielen anderen Sprachen genutzt, die mit dem Arabischen nur entfernt oder gar nicht verwandt sind. Mit ihren sanft geschwungenen Linien und Punkten sind die Wörter echte kleine Kunstwerke, die sich häufig auch als Verzierung an prunkvollen Bauten wiederfinden: Aufgrund des islamischen Bilderverbots werden diese nicht mit Darstellungen von Mensch und Tier, sondern mit Ornamenten und Schriften geschmückt. Die reine Schreibschrift ließ sich außerdem anfangs nicht an Druckpressen anpassen, weshalb Dokumente und Bücher viel länger handschriftlich angefertigt wurden. So konnte sich in arabischen Ländern die Kalligrafie viel stärker zu einer Kunstform entwickeln als bei uns.

Jumeirah Mosque in Dubai

NIE WEIT ENTFERNT

Die beiden hohen Minarette sind wie die fünf filigran verzierten Kuppeln schon vom Weitem sichtbar – und lassen Betrachter*innen über die Schönheit der Jumeirah Mosque staunen, noch bevor sie die Moschee überhaupt erreicht haben. Vor ihrer Errichtung gab es in diesem Stadtteil kein Gebetshaus. Im Islam aber ist es vorgegeben, dass die nächste Moschee möglichst nur einen Kilometer von den Gläubigen entfernt sein darf: Sie sollen den Gebetsruf des Muezzin hören können, um dem Aufruf zum gemeinsamen Beten zu folgen – und das fünfmal am Tag. Also erhielten die Menschen von Jumeirah 1979 ihre eigene Moschee. Heute gehört das Bauwerk zu den Wahrzeichen Dubais. Dem Baustil der mittelalterlichen Fatimiden – einer schiitisch-ismailitischen Dynastie – entsprechend, besteht es innen wie außen ganz aus elfenbeinfarbenem Kalkstein. Ans Herz legen würden wir Ihnen bei einem Besuch eine der hier angebotenen Führungen. »Open Doors, Open Minds« heißt es hier: So möchte die weltoffene Moscheegemeinde Angehörigen anderer Religionen islamische Bräuche und Rituale näherbringen.

Jumeirah Mosque in Dubai

NIE WEIT ENTFERNT

Die beiden hohen Minarette sind wie die fünf filigran verzierten Kuppeln schon vom Weitem sichtbar – und lassen Betrachter*innen über die Schönheit der Jumeirah Mosque staunen, noch bevor sie die Moschee überhaupt erreicht haben. Vor ihrer Errichtung gab es in diesem Stadtteil kein Gebetshaus. Im Islam aber ist es vorgegeben, dass die nächste Moschee möglichst nur einen Kilometer von den Gläubigen entfernt sein darf: Sie sollen den Gebetsruf des Muezzin hören können, um dem Aufruf zum gemeinsamen Beten zu folgen – und das fünfmal am Tag. Also erhielten die Menschen von Jumeirah 1979 ihre eigene Moschee. Heute gehört das Bauwerk zu den Wahrzeichen Dubais. Dem Baustil der mittelalterlichen Fatimiden – einer schiitisch-ismailitischen Dynastie – entsprechend, besteht es innen wie außen ganz aus elfenbeinfarbenem Kalkstein. Ans Herz legen würden wir Ihnen bei einem Besuch eine der hier angebotenen Führungen. »Open Doors, Open Minds« heißt es hier: So möchte die weltoffene Moscheegemeinde Angehörigen anderer Religionen islamische Bräuche und Rituale näherbringen.

Al Badiyah Mosque in Fujairah

SCHLICHT UND WÜRDEVOLL

Die älteste Moschee der Vereinigten Arabischen Emirate liegt in einem Dörfchen im Emirat Fujairah. Auch Nichtmuslime dürfen sie betreten, sofern sie sich den islamischen Bräuchen entsprechend kleiden. Das Gebetshaus wird häufig auch Ottoman Mosque genannt – was nichts mit dem Osmanischen Reich (»Ottoman Empire«) zu tun hat, sondern mit ihrem Erbauer, der so hieß. Da dieser bei der Lehm- und Steinkonstruktion auf Holz verzichtet hat, lässt sich das Alter des kleinen Bauwerks nicht mit den in der Archäologie üblichen Datierungsmethoden von organischem Material bestimmen. Das exakte Baujahr der Al-Badiyah Mosque kennt also niemand so genau. Es wird aber ebenso wie das der Ruinen der beiden Wachtürme in ihrer Nähe auf 1446 v. Chr. geschätzt.